[Review] Three Days Grace – Explosions

THREE DAYS GRACE sind mit flammenden Herzen und neuer Scheibe, die selbiges Herz auf schwarzem Grund, auf dem Cover trägt wieder zurück. Am 06.05.2022 erscheint das siebte Album der kanadischen Alternative-Rockband, die sich erfolgreich in den letzten Jahren obere Billboard-Chart-Positionen sowie Platin ergatterte.

THREE DAYS GRACE wissen wie der Hase läuft

Kurzum könnte man sagen THREE DAYS GRACE wissen wie der Hase zu laufen hat und bringen ihre Musik sehr erfolgreich unter die Menschen.  Dem zu widersprechen vermag ich wirklich nicht. Da die letzte Veröffentlichung „Outsider“ allerdings bereits vier Jahre alt ist, gilt es doch eine gewisse Erwartungshaltung unter Kontrolle zu bringen und zu klären, ob THREE DAYS GRACE es 2022 weiter schaffen Haken zu schlagen, wie besagter Hase oben im Text.

Mit „Explosions“ wollen sich die Kanadier Luft machen. Aufgestaute Emotionen freilassen. Eine musikalische Pandemie-Aufarbeitung, wie es die Tage in der Künstlerwelt öfter vorkommt. Den zündstoffgeladenen Platten-Titel halten THREE DAYS GRACE dabei allerdings nicht ein. Der Opener „So Called Life“ brettert zwar in solide abgehangen, rockig-alternativ vor sich her und das bekommt hier und da mit rotzigen Vocals auch eine feine, dreckige Kante, hält aber zu sehr die Handbremse in der wütenden, geschlossenen Hand. Da wird nur minimal los-und freigelassen.

„Explosions“ explodiert zu wenig

„Explosions“ traut sich weniger, liefert dafür aber stabile Rocksongs, die mit Augenmerk auf mitsingbare Hooklines und tanzbare Grooves, gebaut sind. THREE DAYS GRACE sind eben und bleiben eben was sie sind. Was an dieser Stelle definitiv nicht negativ zu verstehen ist. Nicht umsonst spielt diese Band in den oberen Rängen ihres Genres mit. Und warum sich verbiegen, wenn man eben weiß wie das Ding zu laufen hat. Überraschungen bleiben bei „Explosions“ leider aus. Dafür mausern sich „So Called Life“ und „Neurotic“ zu Ohrwurm-Material inklusive einer „Kopf-Nickt-Im-Takt-Mitmach“-Garantie.

THREE DAYS GRACE: Der Garant, bei dem man sich gut fühlt

Auch wenn hier kein Hase Haken schlägt, hinterlässt die neue Scheibe von THREE DAYS GRACE ein gutes Gefühl. Alternativer Rock der auch dieses Mal auf hohem Niveau unterwegs ist und sich auch hier ein Kauf, nicht nur für Fans, lohnen sollte. Die Band ist ein Garant und daneben liegt man hier wirklich selten. Natürlich gibt es Punktabzüge, weil deutlich mehr drin gewesen und vielleicht, nur vielleicht auch eben etwas mehr Eskalation im Rahmen der „Explosion“ wünschenswert gewesen wäre. Wir spielen hier aber nicht „Hätte Hätte Fahrradkette“, sondern nicken zum stampfenden Rhythmus den Kanadiern zu, die einfach unterm Strich erneut stabil vorlegen.

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