[Review] Scalpture – Eisenzeit

Kommentar unterm dem hier eingefügten YouTube-Video: „Support your local Dampfwalze!“ Jawohl, absolut, besser kann man es eigentlich kaum auf den Punkt bringen. Warum immer nur in der Ferne schweifen oder ausschließlich in Nostalgie schwelgen, wenn das Gute in Form von SCALPTURE genau jetzt unmittelbar vor der Haustür liegt? Eben, daher starte man einfach „Eisenzeit“ und reguliere die Lautstärke auf jenes Maß, welches gerade noch so nicht unter Körperverletzung fällt, und auf geht‘s.

Und wie schallt die neue SCALPTURE denn nun aus den Boxen? So in etwa als hätten ASPHYX ein Date mit GOD DETHRONED und erinnern sich doch immer wieder mal an die alte Liebe BOLT THROWER. Aber die legendäre Death-Doom-Maschine aus unserem Nachbarland sind schon die offensichtlichste Referenz für diese Scheibe. SCALPTURE müssen sich zwar logischerweise hinter den Niederländern anstellen, aber keinesfalls verstecken.

SCALPTURE mit treibendem und mächtig drückendem Old School Death

Das beweisen die Bielefelder nachdrücklich mit Krachern wie „The Storm…“, „Und Ehre Ist’s“ oder vor allem „Hell Is A Field In France“. Sperrfeuer durchbricht immer wieder das Midtempo und wird anschließend wieder zum fiesen Schlepper. Für Abwechslung ist also bestens gesorgt, das mächtig Drückende bleibt uns jedoch stets erhalten. SCALPTURE kombinieren ganz gekonnt bekannte Einflüsse mit eigenem Input.

Und es sind vor allem die vielen kleinen aber feinen Ideen, die „Eisenzeit“ ein ganzes Stück aus der grauen Masse emporheben. So streuen die Jungs immer wieder mal gekonnt ein Solo ein („Und Ehre Ist’s“), veredeln das cool betitelte „Hinterlandsymphonie“ passend mit einem coolen melodischen Refrain oder rahmen „Yperite“ mit dem alten Volkslied „Der Tod in Flandern“ ein. Und das hymnische „All Quiet On The Western Front“ geht eher in die düster-melodische Richtung von GOD DETHRONED.

Eine absolut gelungene und vor allem richtig runde Sache

Die ganze Scheibe treibt dich beständig und nimmermüde durch die Geschichte einer furchtbaren Zeit. Konzeptalben über den Ersten Weltkrieg sind ja nicht gerade etwas Neues, aber wie bei GOD DETHRONED oder 1914 kommt es ganz einfach auf die Umsetzung an. Und da machen SCALPTURE eine verdammt gute Figur.

Das alles hat man so oder so ähnlich zwar schon tausend Mal gehört, kann aber in diesem Leben nicht mehr genug davon bekommen. SCALPTURE sind herrlich genial Old School, für solche Scheiben unterbrechen alte Säcke auch gerne mal ihre Nostalgie-Pur-Dauerschleife. Wem „Eisenzeit“ als Fan altem europäischen Todesbleis keinen Spaß macht, dem ist nur schwer zu helfen. Es sei denn, er ist ausschließlich auf Schweden-Death gepolt. Das wäre dann die einzige akzeptable Ausrede.

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