– Digitale Musik-Erlöse machen mehr als 75 Prozent aller Musikverkäufe 2021 aus

Dem Bundesverband Musikindustrie zufolge beträgt der Anteil digitaler Musik-Erlöse am gesamten Musikverkauf 2021 76,4 Prozent.

Wie der BVMI in einer Pressemitteilung bekanntgibt, sind die Umsätze der Musikindustrie in Deutschland 2021 weiter gewachsen. Die Verkäufe von Tonträgern und Streaming-Erlöse erzielten demnach einen Umsatz von 1,96 Milliarden Euro – 10 Prozent mehr als im Jahr 2020. Davon wurden 76,4 Prozent digital erwirtschaftet, allein das Audio-Streaming verzeichnete im vergangenen Jahr 18,6 Prozent Zuwachs. Dies bedeutet zudem einen Anteil am Gesamtmarkt von 68,3 Prozent. 16,3 Prozent des Gesamtumsatzes wurden durch CD-Verkäufe erzielt, was im Vergleich zu 2020 einen Rückgang in Höhe von 16,7 Prozent bedeutet. Dagegen konnten Vinyl-Verkäufe einen Zuwachs von 20,1 Prozent und somit einen Gesamtmark-Anteil von 6 Prozent verzeichnen. Musik-Downloads hingegen machen einen Gesamtanteil von 3 Prozent aus.

Dazu kommentiert Dr. Florian Drücke, der Vorstandsvorsitzende des BVMI: „10 Prozent Wachstum bescheinigen der Branche, dem Digitalpionier, der über so viele Jahre und in zum Teil halsbrecherischem Tempo Richtung Tal fuhr, dass er die digitale Disruption als Chance erkannt und die richtigen strategischen Schlüsse gezogen hat. Das zeigt insbesondere die erfolgreiche Integration des Musik-Streamings in das Formatportfolio. Der Markt wächst nun im dritten Jahr in Folge deutlich; mit einem Gesamtumsatz von 1,96 Milliarden Euro nähern sich die Einnahmen 2021 wieder dem Niveau von 2002. Gleichwohl sollte diese sehr positive Nachricht nicht davon ablenken, dass die Not im Live-Sektor weiterhin immens ist. Vor diesem Hintergrund hoffen wir für die Künstler:innen und unserer Branchenkolleg:innen dort dringend auf eine bessere Planbarkeit, die sich nun ja langsam andeutet.“

Frank Briegmann, Chairman & CEO Universal Music Central Europe und Deutsche Grammophon: „Das starke und stabile Wachstum unterstreicht einmal mehr den ungebrochenen Erfolg unserer Inhalte. Vor allem aber belegen die Zahlen das immense Potenzial, das noch vor uns liegt. Denn trotz der anhaltend großen Zuwächse im Streaming-Segment verzeichnen Territorien wie Skandinavien, UK oder die USA noch immer eine mehr als doppelt so hohe Marktdurchdringung in Bezug auf zahlende Premium-Subscriber. Wenn wir gleichzeitig neue Zielgruppen für das Streaming begeistern, die Distributionswege erweitern und wir zusätzlich die relative Stärke bei den physischen Formaten durch Produktinnovationen und hochwertige Fan-Editionen halten, dann freuen wir uns mit unseren Artists und Partner:innen gemeinsam auf einen weiter wachsenden deutschen Musikmarkt.“

Patrick Mushatsi-Kareba, CEO Sony Music GSA: „Gerade vor dem Hintergrund der Belastungen durch die Pandemie ist diese Bilanz für 2021 eine sehr gute Nachricht für alle Künstler:innen und für die gesamte Musikindustrie. Gemeinsam wollen wir weiter in aufstrebende und etablierte Künstler:innen investieren, ihnen den bestmöglichen Service und die bestmögliche Partnerschaft anbieten, die es braucht, um die Herausforderungen des Streaming-Zeitalters zu meistern. Gleichzeitig hoffen wir auf eine prosperierende Rückkehr des Live-Geschäfts, sowohl für unsere Künstler:innen als auch für unsere zahlreichen Partner aus der Live-Branche.“

Doreen Schimk & Fabian Drebes, Co-Presidents Warner Music Central Europe: „Die Krise hat deutlich gemacht, wie wichtig und wohltuend Musik für uns alle ist. Wir haben jedoch sukzessiv schon vorher unseren Marktanteil ausgebaut und sind in allen Bereichen gewachsen, letztes Jahr im physischen Bereich sogar gegen den Markttrend. Die überragende Performances unserer Künstlerin:nnen wie Ed Sheeran (meistgestreamter international Artist in Deutschland) , Katja Krasavice (die meisten Nummer 1 Hits des Jahres) und Udo Lindenberg sind Highlight Bausteine unseren Wachstumskurses. 2021 haben wir mit unseren Künstler:innen, Partner:innen und unserem Team das beste Geschäftsjahr in der Historie erzielt. Der weiteren Marktentwicklung sehen wir daher optimistisch und neugierig entgegen.“

Konrad von Löhneysen, Geschäftsführer Embassy of Music und Sprecher der außerordentlichen Mitglieder im BVMI-Vorstand: „Ein erstmals seit Jahrzehnten wieder zweistelliges Wachstum des Gesamtmarktes am Jahresende ist ein wahrhaft freudiges Ergebnis in einer emotional äußerst schwierigen Zeit. Wir müssen, gerade wegen der momentan starken wirtschaftlichen Position unseres Teils der Branche, weiter daran arbeiten, alle Beteiligten im Bereich „Recorded Music“ mitzunehmen, d.h. Chancen, Plattformen etc. für nationale (Nachwuchs-)Künstler mit unseren Partnern in den Medien und im Handel zu kreieren und darüber hinaus einen offenen Dialog über die Vergütung im Streaming zu führen; das auch, um mit dem zum Teil gefährlichen Halbwissen besonders bei den Medien aufzuräumen.“

Autor:
Alexandra Michels
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