[Review] Ernte – Geist und Hexerei

ERNTE scheinen nicht nur eine obskure Faszination für Agrarökonomie zu besitzen; sie sind auch ein neues Black-Metal-Duo aus der Schweiz. Es besteht aus dem Ambient-Musiker und Künstler V. Noir, der sich für Songwriting und Gitarren verantwortlich zeichnet und Witch N., die auf “Geist und Hexerei” Gesang, Bass und Violine übernimmt.

“Geist und Hexerei” – Frisches Gebräu mit bewährten Zutaten

Sekunde. Black-Metal-Duo aus der Schweiz mit Sängerin und deutschsprachigen Texten? Wer da jetzt denkt, ERNTE sind ein B-Ware-Klon von AARA, macht es sich ein bisschen einfach. Das manisch-hektische Tempo und die sehr hoch gekreischten Vocals sind zwar durchaus mit letztgenannten vergleichbar; ERNTE sind aber bei weitem nicht so melodiefreundlich unterwegs wie AARA. Wo diese sich gern in klassischen Harmonien, die mitunter sogar euphorisch oder positiv wirken können, üben, verfallen ERNTE viel lieber in dissonantes Unbehagen.

Das könnte ERNTE vor der Vorhersehbarkeit retten. Leider bietet “Geist und Hexerei” insgesamt jedoch wenig Neues. Die Riffs und Strukturen sind in ähnlicher Weise bereits aus Schweden und Deutschland in den mittleren bis späten Neunzigern bekannt. Zudem – immerhin wird das im Promo-Sheet offen zugegeben – sind die programmierten Drums ein Ärgernis, das “Geist und Hexerei” insgesamt steril und kalkuliert wirken lässt. Bäuerlich-urwüchsige Atmosphäre kann so eher schwierig aufkommen.

Die Saat stimmt, die ERNTE muss noch reifen

Kurzweilig und unterhaltsam sind die 34 Minuten allemal. ERNTE erlauben sich im Rahmen ihres (nicht besonders weiten) Feldes keine Schnitzer, dürfen aber gern noch Wege abseits des etablierten Pfades erkunden, um sich bemerkbarer zu machen. Je nachdem, ob ihr ein grundsätzliches Faible für blast-lastigen, minimalistischen Black Metal habt, oder dessen inzwischen überdrüssig seid, können hier überdies ein bis zwei Punkte addiert oder subtrahiert werden.

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