[Review] The Muslims – Fuck These Fuckin Fascists

Während “Fuck These Fuckin Fascists” die erste LP-Veröffentlichung der Band THE MUSLIMS bei Epitaph ist, hat sie bereits mehrere frühere LPs und EPs veröffentlicht. Das 2017 nach dem Wahlsieg von Donald Trump gegründete muslimische Punk-Trio aus Durham, North Carolina, hat sich laut Sänger QADR gegründet, um Erfahrungen auszudrücken, die einen aufwachen lassen und sich gegen die Werteordnung der Gesellschaft auflehnen.

Inspiriert von klassischen Punk- und Afropunk-Wurzeln werden Bands wie AGENT ORANGE, BAD BRAINS,  THE REPLACEMENTS und FUGAZI als Einflüsse genannt. Neben diesen Bands verdienen auch die DEAD KENNEDYS Erwähnung.

12 kleine Punk Hymnen voller Wut und Aggression, aber auch mit Melodie

“Fuck These Fuckin Fascists” trifft den Zeitgeist mit Songs wie “Coronavirus” und witzigen Texten wie dem Abschlusstrack “John McCain’s Ghost Sneaks Into The White House And Tea Bags The President”. Dieser Titel gewinnt nicht nur den Preis für den besten Songtitel, sondern beweist einmal mehr, dass man einen Sinn für Humor haben kann und trotzdem eine heftige und ernste Aussage tätigen kann.

THE MUSLIMS hauen in nur knapp 22 Minuten 12 kleine Punk Perlen raus, die es in sich haben und die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Das Album beginnt mit dem Opener “Hands Up, Don’t Shoot”, ein schnelles und wütendes Stück. Es schlägt eine tödliche Lösung für Polizeibrutalität vor, untermalt von einem fröhlich chaotischen, irrwitzigen Punk-Gewitter, während “Crotch Pop A Cop” eine böse Abrechnung mit dem existierenden Rassismus in der US-Polizei bietet.

Aber schießwütige, rassistische Polizisten sind nicht das einzige Ziel von THE MUSLIMS. “Unity” beginnt mit einem Ausschnitt aus Joe Biden`s Rede zur Amtseinführung, bevor der Song in einem hohen Tempo losbricht und die weiße Vorherrschaft in weniger als zwei Minuten anprangert.

Der Kampf setzt sich fort, und zwar in Songs wie “Illegals”, “Idgaf”, “Kill Your Masters” und “Live Laugh Lead”, von denen jeder einen tiefgründigen und ergreifenden Text hat, der die ungerechte Behandlung in den USA thematisiert. Texte wie der von “Illegals”, in dem es heißt “No One’s Illegal But White People”, zeigen eine Wahrheit auf, die viele Menschen sonst gerne vergessen würden.

Eine klare Ansage: Fuck These Fuckin Fascists

Der Titeltrack “Fuck These Fuckin Fascists” deutet auf eine Band hin, die sich nicht zu sehr um Airplay sorgt. Er beginnt mit der klaren Aussage “Fuck These Fuckin‘ Fascists/They Can Kiss Our Asses” und verbindet die klare lyrische Absicht mit einer überraschend eingängigen Melodie. Das Feuer von THE MUSLIMS ist im Sound ebenso offensichtlich wie in den Texten und wird hier bestens zum Ausdruck gebracht.

Musikalisch top

Die Instrumentierung und Musikalität der einzelnen Songs ist herausragend und neben den Texten in jedem Song erwähnenswert. Die verschiedenen Rhythmen und Beats, die beim Schlagzeugspiel verwendet werden, sind zu Beginn eines jeden Tracks immer wieder faszinierend und tragen dazu bei, jedem Song ein neues Gefühl zu geben. Auch die Gitarrenriffs und -soli sollten nicht unerwähnt bleiben, vor allem in einem Song wie “Idgaf”.

Punk`s definitely not dead

Alles in allem ist dies eines der besten Punk-Alben seit langer Zeit. Es ist nicht nur musikalisch ein Hörgenuss, sondern auch die Texte und die Leidenschaft in den 12 Tracks zeigen, was Punk sein sollte. Nämlich pure Wut auf die Missstände in dieser Welt und das Aufzeigen der Ungerechtigkeiten. THE MUSLIMS haben ein weiteres erstaunliches Album erschaffen, das leider mit nur 22 Minuten sehr knapp bemessen ist. Hört es euch an!

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