Frank Turner teilt neue Single „Miranda“

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Foto: Universal Music

In seinem neuen Song thematisiert Frank Turner die Transformation seines Vaters zur Frau – und wie die beiden erst dadurch wieder zueinander fanden.

Nachdem der Singer/Songwriter bereits die Singles „The Gathering“, „Haven’t Been Doing So Well“ und „Non Serviam“ veröffentlicht hat, folgt nun mit „Miranda“ der persönlichste Song seines kommenden Albums.

Frank Turner besingt in dem Track die schwierige Beziehung zu seinem Vater. Nach einer jahrzehntelangen Funkstille zwischen den beiden, berichtet er davon, dass sie nun wieder miteinander sprechen – denn nun lebt sein Vater als Frau.

Das zerrüttete Verhältnis liegt schon in Turners Kindheit begründet. Der ehemalige Million-Dead-Frontmann wurde mit acht Jahren in ein Internat geschickt, wo er sich „jede Nacht in den Schlaf weinte“, bis er sich „innerlich tot“ fühlte. Erst durch eine kürzlich durchgeführte Therapie wurde ihm klar, dass dies „wirklich beschissen“ war. In einem Interview mit dem Guardian erläutert er: „So wurde mein Vater erzogen, und es war irgendwie zu erwarten, dass ich dasselbe tun würde. Aber ich fand es extrem traumatisch.“ Turner führte aus: „Ich hatte als Kind eine lange Vorgeschichte mit Selbstverletzungen und psychischen Problemen, die vollständig darauf zurückzuführen waren, und ich habe Narben, die das beweisen.“

Turner verließ früh sein Elternhaus und sein Vater wandte sich fast vollständig von seinem Lebensstil in der Punkszene ab und kam auch etwa „nie zu Konzerten“. Zudem gab Turner ihm die Schuld am Scheitern der Ehe seiner Eltern. Als er seine jetzige Ehefrau kennenlernte, sagte er zu ihr „dass ich nicht zu seiner Beerdigung gehen würde“. Auf Wunsch seines todkranken Onkels trafen sich die Beiden 2018 wieder. Sein Vater trat da bereits als Miranda in der Öffentlichkeit auf.

Für den Briten war dabei sofort klar, dass das eine andere Person ist: „Sie war sich der Menschen um sie herum und ihrer Wirkung auf andere Menschen bewusster. Weniger langweilig männlich und unverblümt. Miranda ist ein wirklich netter Mensch und mein Vater war ein Arschloch“. Das Verhältnis der Beiden bessert sich seitdem, auch wenn eine große Aussprache noch aussteht. Miranda interessiert sich für die Arbeit ihres Sohnes, geht zu Konzerten und sogar zu DJ-Gigs, um neben dem Pult zu tanzen. „Sie interessiert sich dafür, wer ich bin und was ich mache, was mein Vater nie getan hat. Wir werden immer daran arbeiten müssen, aber wir kommen ganz gut zurecht“, freut sich Turner. „Ich habe mich von der Aussage, dass ich nicht zur Beerdigung von jemandem gehen würde, zu der Aussage entwickelt, dass wir uns zu Weihnachten sehen werden. Und darüber freue ich mich sehr.“

Das hat auch Auswirkungen auf seine Musik. In seinem neuen Song singt Turner „Miranda, it’s lovely to meet you“ und „My father is called Miranda these days/ She’s a proud transgender woman and my resentment has started to fade“. Dabei kehrt er im Gegensatz zu den krachenden Singleauskopplungen zuvor wieder zu seinem ruhigerem Sound zurück. Sein aktuelles Studioalbum „No Man’s Land“ war 2019 erschienen.

Den Song gibt es ab jetzt auf allen Streamingplattformen sowie in einer Live-Session auf Turner’s YouTube-Kanal. Das kommende Album „FTHC“ erscheint am 11. Februar und kann bereits in diversen Versionen und Bundles vorbestellt werden. Zudem spielt Frank Turner im September sein eigenes Festival „Lost Evenings“ in Berlin und unterstützt die Donots bei ihren Konzerten in der Halle Münsterland. Tickets gibt es bei Eventim.

Video: Frank Turner – „Miranda“ (Live & Direct)

Stream: Frank Turner – „Miranda“

Live: Frank Turner’s Lost Evenings 2022

15.-18.09 Berlin – Columbia Dreieck

Live: Donots + Frank Turner 2022

25.11 Münster – Halle Münsterland
26.11 Münster – Halle Münsterland

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