[Review] Fortress – Don’t Spare The Wicked

Die 80er Jahre sind zurück! Das sieht man derzeit nicht nur auf der Straße (manche Herren tragen z.B. wieder Vokuhila) – nein, auch im Metal und Hard Rock trauen sich immer mehr Bands, die 1980er Jahre musikalisch wieder zu rezitieren. Darunter reihen sich junge Bands wie z.B. HAUNT, TRAVELER, ETERNAL CHAMPION, ENFORCER, NIGHT DEMON und SUMERLANDS (oder, naja auch STEEL PANTHER). Auch die aus Whittier (Kalifornien, USA) stammenden FORTRESS greifen zu ihren nietenbeschlagenen Lederwesten und servieren uns mit „Don’t Spare The Wicked“ ihr erstes Album. Achtung: Es handelt sich hier nicht um FORTRESS aus Los Angeles, die das gleiche Genre bedienen und schon im Januar ihr erstes Album veröffentlicht haben.

The Final Countdown to FORTRESS

FORTRESS gelingt es, auf ihrer Platte so 80er Jahre wie möglich zu klingen. Schon auf dem Opener „Lost Forever“ spürt man die gewisse Energie, die all die großen Bands der damaligen Zeit so groß gemacht hat. Dabei orientieren sich FORTRESS vor allem an stadionfüllenden Bands, wie JOURNEY, SCORPIONS oder EUROPE. Nur gelingt ihnen dabei auch eine ausgewogene Melange mit IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST herzustellen. Ein Unterfangen, dass vor allem für ein Erstlingswerk besonders überrascht.

Die FORTRESS als Zeitkapsel

Auch die Produktion von „Don’t Spare The Wicked“ klingt so angenehm warm und raumfüllend, wie noch die analogen Aufnahmen von Maiden, Priest und Co. Damit nehmen uns FORTRESS noch zusätzlich mit auf eine kleine Zeitreise ohne Spotify und Co. Sänger Chris Scott Nunez und Gitarrist Fili Bibiano (ehemals bei WHITHERFALL) sorgen zudem immer wieder für all jene Momente, bei denen man mit geballter Faust und voller Theatralik durch sein Wohnzimmer jagen möchte („Anguish“, „Devil’s Wheel“, „Red Light Runner“). Dabei erinnert Nunez an vielen Stellen an den jungen Michael Kiske (HELLOWEEN). Man möchte fast meinen, dass es sich um ein bisher verschollenes Album einer zeitgenössischen Band handelt.

Keine Gnade für die Nackenmuskeln

Natürlich erfinden FORTRESS das Rad nicht neu und sie sind auch nicht die ersten, die versuchen, die 80er ungeschönt wieder aufleben zu lassen. Im Vergleich zu Bands wie HAUNT oder TRAVELER gelingt es ihnen, den Metal und Hard Rock der 80er Jahre äußerst dynamisch und facettenreich zu gestalten. Teilweise erreichen sie damit wirklich schon die frühen HELLOWEEN. Letzteres liegt auch an Gitarrist Fili Bibiano der immer wieder beweist, dass er bald zu den ganz großen gehören könnte („Find Yourself“, „The Passage“, „Don’t Spare The Wicked“). Kurzum ist den Herren von FORTRESS mit „Don’t Spare The Wicked“ ein großes, erstes Album entstanden, dass sich vor allem FreundInnen pathosgeladener Stromgitarrenmusik in diesem Jahr nicht entgehen lassen sollten. Bleibt nur zu hoffen, dass FORTRESS auch in Zukunft dieses Niveau halten und sogar weiter ausbauen werden.

Lese den Original-Post unter : Source Beitrag