[Review] Spectral Wound – A Diabolic Thirst

In den Wäldern Kanadas braute sich über die letzten Jahre ganz schön was an… schon „Infernal Decadence“ von SPECTRAL WOUND hat um 2018 rum mächtig Wirbel im Untergrund gemacht, 2021 kann den Durst nach neuen Nachthymnen „A Diabolic Thirst“ stillen. Und das schaffen SPECTRAL WOUND wieder einmal ganz grandios! Natürlich ist in dem Gebräu von sehr melodischem 90er-Tremolo-Black-Metal keine Spitze Originalität, aber schal schmeckt „A Diabolic Thirst“ deswegen noch lange nicht. Das liegt an der authentischen Energie und dem unbändigen Vorwärtsdrang, aber auch erfreulicher Abwechslung innerhalb ihres sehr festgesteckten musikalischen Rahmens, den so manche Band entweder zu sehr geplant oder unauthentisch ausbaut oder aber bitter vermissen lässt.

SPECTRAL WOUND reißen Wunden

Trotz kanadischer Herkunft erinnert Melodieführung ein ums andere Mal an Skandinavier wie SARGEIST, schon die Riffs im Opener „Imperial Saison Noire“ erinnern öfter verdächtig an die Finnen. Aber es wird nicht nur geprügelt, „Frigid And Spellbound“ nimmt sich auch kurz Zeit für akustische Klänge, das sehr doomige und behäbige „Mausoleal Drift“ ist die graue Eminenz, die sich hier aus dem Grab erhebt. Nicht mehr ganz der Jüngste, aber immer noch massiv, ehrwürdig und Respekt einflößend unterwegs. Highlight des Albums!

Warum neues ausprobieren, wenn Hörer weiß, woran er mit SPECTRAL WOUND ist und es einfach funktioniert? Sollte „Fair Lucifer, Sad Relic“ ein Abgesang auf den gefallenen Engel sein, dürfte dieser wahrscheinlich sehr zufrieden damit sein, denn viel schöner und frostiger kann er kaum gehuldigt werden. Auch „Diabolic Immanence“ lässt freudige Erinnerungen an alte URGEHAL oder GORGOROTH aufkommen. Wie bereits gesagt, sonderlich originell ist das alles nicht, aber mit so viel Liebe und Hingabe dargebracht, dass es eine schwarze Freude ist! Der Grundsatz von keinen Experimenten mit dem Vertrauen ins Bewährte, kann mit dem Werbespruch einer Waschmittelmarke beschrieben werden: SPECTRAL WOUND, da weiß man, was man hat.

„A Diabolic Thirst“ nach mehr kommt nach Genuss des Albums auf

Was für das Waschmittel oder die Lieblingsmarke der Hopfenkaltschale gilt, ist anstandslos auf den authentisch gespielten, produzierten und trotzdem nicht bettlägerigen oder muffigen Second-Wave-Black-Metal der Kanadier zu übertragen. Schließlich lließen SPECTRAL WOUND schon auf „Infernal Decadence“ wissen: „Black Satanic Glamour“ existiert! Und der Durst danach hört auch auf „A Diabolic Thirst“ nicht auf. Alle Fans der Skandinavien-Bands aus dem Zeitrahmen der 90er bis frühen 2000er dürfen ohne Überlegung beim neuesten Werk von SPECTRAL VOICE zugreifen.

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