[Review] Lordi – Abusement Park

Galerie mit 16 Bildern: Lordi – Summer Breeze Open Air 2019

Nach Ausflügen in den bluesbeeinflussten Protometal, auf die Tanzflächen in den Seventies und in den überbordenden Progressive Rock nähern sich LORDI auf „Lordiversity“ ihrem Kerngeschäft. „Abusement Park“ ist Album Nummer vier ihres imaginären Backkatalogs und deckt den Heavy Metal und Heavy Rock aus der ersten Hälfte der Achziger ab. Dabei machen die Finnen auch ohne Leder und Nieten eine gute Figur.

LORDI nähern sich ihrem Kerngeschäft

Da gibt es nach dem obligatorischen Intro (in dem diesmal, wir befinden uns schließlich auf dem Jahrmarkt, die „macabre freaks and geeks“ angepriesen werden) mit dem Titeltrack einen treibenden Rocker, bei dem man sich nicht nur wegen des galoppierenden Drummings und des gesplitteten Gitarrensolos ein wenig an JUDAS PRIEST erinnert fühlt. Allerdings ist „Abusement Park“ wegen des eingängigen Refrains ebenso ein gelungener LORDI-Hit. Das gilt auch für „Ghost Train“ und „Grrr!“ (selbst wenn die trötenden Chewbacca-Vocals eher bizarr anmuten).

Was wäre ein Album dieser Zeit ohne Powerballade? Natürlich haben LORDI auch eine solche in petto: „Carousel“ ist in den Strophen selbstredend mit Gitarrenarpeggien, gefühlvollen Gitarrensoli und sanft gezupften Basslinien untermalt und verfehlt damit keineswegs seine Wirkung – auch Monster haben halt eine zarte Seite. „House Of Mirrors“ erinnert dezent an W.A.S.P., während Mr. Lordi beim stampfenden „Pinball Machine“ sogar die Ferkelstimme rausholt – da hat dann wohl ACCEPT mit „Balls To The Wall“ Pate gestanden. Aber wie gesagt: Als LORDI-Stücke funktionieren diese Songs ebenfalls.

Auch Monster haben eine gefühlvolle Seite

Mehr Referenz als guter Song ist hingegen der Good-Time-Rocker „Nasty, Wild & Naughty“, während „Rollercoaster“ zwar in den Strophen ziemlich stumpf daherkommt, aber wenigstens im Refrain aufdreht. Folgt der Mitgrölstampfer „Up To No Good“, der bereits auf „Killection“ gestanden hatte und mittlerweile nachgereift ist: Der Track verbindet halt simplen Charme mit geschicktem Songwriting. Der Abschluss des „Abusement Parks“ hingegen ist … nun ja. Klar, es gibt ja auch Weihnachtsmärkte und bald zieht Santa Claus aus seiner Heimat im nordfinnischen Rovaniemi wieder in die Welt, aber mussten LORDI unbedingt einen Weihnachtssong mit aufs Album packen? Selbst wenn der „Blah Blah Blah“ heißt und der Text total launig gehalten ist? Ähm, nein.

Santa Claus im „Abusement Park“

Deshalb ist „Abusement Park“ auch keine durchgehende Empfehlung, selbst wenn LORDI darauf einige Hits gepackt haben, die es durchaus auch in die Live-Setlist schaffen könnten. Aber ohne zu sehr zu spoilern: Das können die Monsterrocker noch besser – dafür muss die Biene nur zu einem anderen und größeren Honigtopf fliegen.

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