[Review] Daxma – Unmarked Boxes

Achtung, kurz zur Einleitung dieser Review ein wenig unnützes Wissen: DAXMA wird „Dock-Ma“ ausgesprochen und ist die Bezeichnung für einen zoroastrischen Beerdigungstempel. Der Zoroastrismus, auch als Zarathustrismus bezeichnet, ist eine Religion, die sich im 4. Jahrhundert vor Christus hauptsächlich im iranischen Kulturraum ausgebreitet hat. Aber natürlich soll es hier nicht um Tempel gehen, sondern vielmehr um die Post-Metal-Band gleichen Namens aus dem kalifornischen Oakland. DAXMA beackerten schon auf ihrem Debüt-Album „The Head Which Becomes The Skull“ komplexe Themen, inspiriert von Philosophen wie Hegel oder Kierkegaard. Auf der neuen Platte „Unmarked Boxes“ gehen die Amis aber eher in Richtung ihres Bandnamens und beschäftigen sich mit einem Gedicht des persischen Poeten Rumi aus dem 13. Jahrhundert. Ob sich die Musik ebenfalls entsprechend poetisch zeigt?

DAXMA – Trübsinnigkeit und Hoffnung

Laut Statement der Band geht es – auf Grundlage des genannten Gedichtes – um persönliche Themen wie Trauer, Depression, Sehnsucht und das darüber Hinwegkommen. Tatsächlich ist dies auch direkt hörbar, strahlt doch das gesamte Material eine starke Melancholie aus und eignet sich grundsätzlich erst einmal bestens für die bevorstehende dunkle Jahreszeit. Trotz aller Trübsinnigkeit zeigen sich aber auch hier und da einige vorsichtige Anzeichen von Hoffnung, womit die vorgesehenen Themen erst einmal passend umgesetzt zu sein scheinen.

Der Sound auf „Unmarked Boxes“ ist letztlich typischer Post-Metal, an einigen Stellen versetzt mit Doom. DAXMA klingen nicht so glatt wie beispielsweise RUSSIAN CIRCLES, was vor allem am gelegentlich stärker im Vordergrund stehenden Fuzz der Gitarrenfraktion liegt. Über weite Strecken geht das Quartett rein instrumental zu Werke, an ausgewählten Stellen versucht allerdings Gitarristin Jessica T. mit zarten Vocals Akzente zu setzen, die aber eher einem Singsang gleichen und letztlich kaum auffallen. Inwieweit man darauf auch hätte verzichten können sei dahingestellt. Deutlich auffälliger sind dafür Jessicas Beiträge an der Violine, die tatsächlich ein gewisses Alleinstellungsmerkmal darstellen und einige Passagen gekonnt aufwerten.

Passagen sind übrigens, wenn es um die Gesamtqualität von „Unmarked Boxes“ geht, ein gutes Stichwort. Denn tatsächlich sind da immer wieder atmosphärische Einschübe, rar gesäte Melodien oder kurz aufpeitschende gelungene Riffs. Diese stellen aber in erster Linie kleine Inseln in einem großen Meer aus mal durchschnittlichen, mal aber auch einfach stinklangweiligen ausufernden Jams, die auch selten ein schlüssiges Ganzes ergeben. Nie gelingt es DAXMA die emotionale Komplexität und vor allem Tiefe von Genre-Größen wie beispielsweise THE OCEAN zu erreichen.

Genretypischer Durchschnitt – „Unmarked Boxes“

„Unmarked Boxes“ ist sicherlich, allein schon aufgrund seines Konzeptes, ein ambitioniertes Werk. Es finden sich im Laufe der knappen Stunde Spielzeit auch immer wieder kleine Highlights, besonders dann, wenn es emotional wird, wie beispielsweise die wunderbare Violinenmelodie im Mittelteil von „Anything You Lose“. Leider wechseln sich diese Highlights häufig mit absoluten Standard-Riffs in endloser Wiederholung ab, die im besten Fall einfach genretypisch sind. Im schlechtesten Fall, und auch der kommt auf der aktuellen DAXMA-Scheibe häufiger vor, entsteht dadurch aber schnarchige Langeweile.

Für absolute Post-Metal-Junkies ist „Unmarked Boxes“ sicherlich zumindest für ein kurzes Reinhören empfehlenswert, unter dem Strich bleibt diese Platte einfach in so gut wie allen Bereichen nur absoluter Durchschnitt.

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