[Review] Death Angel – The Bastard Tracks

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Ein Konzert ohne jegliche Bandhits spielen? Klingt nach einer vollkommen verrückten Idee. DEATH ANGEL haben genau das trotzdem getan. Inmitten einer weltweiten Pandemie. Am 22. Mai 2021 spielten die Thrash-Metaller in der Great American Music Hall in San Francisco auf und streamten das Ganze eine Woche später im Internet. Ein Mitschnitt erscheint dieser Tage unter dem Titel „The Bastard Tracks“. Und nichts anderes findet sich darauf.

„The Bastard Tracks“ oder: Hits aus der zweiten Reihe

Kein „Evil Priest“, „Kill As One“ oder „Thrown To The Wolves“ – DEATH ANGEL setzen ihr Vorhaben konsequent um. Dafür gräbt die Band tief in ihrer Diskografie, womit sie einige Songs ins Rampenlicht rückt, die heuer bei den meisten Fans in Vergessenheit geraten sind.

Dazu gehört etwa das vorab ausgekoppelte „Where They Lay“, welches sich dank messerscharfer Riffs und eingängigem Refrain als echter Kracher entpuppt. Insbesondere der „Rise“-Mitsing-Part wäre eine Rechtfertigung, den Song zukünftig öfter ins Set aufzunehmen. „Execution/Don’t Save Me Now“ wiederum besticht durch einen amtlichen Groove.

Neben solchen Songs aus dem aktuellen Jahrtausend, finden aber auch ältere Stücke ihren Weg auf „The Bastard Tracks“. So können Fans das punkig-spaßige „Where They Lay“ vom zweiten DEATH ANGEL-Studioalbum „Frolic Through The Park“ wiederentdecken.

DEATH ANGEL spielen beinahe zu perfekt

Richtige Liveatmosphäre kommt im Laufe von „The Bastard Tracks“ trotz der Entstehungsweise aber nicht auf. Klar, wurde ja auch ohne Publikum gedreht, mag man jetzt denken. Doch gibt es einige Beispiele für Mitschnitte von Streaming-Shows, die sich zumindest ein bisschen wie ein Konzert anfühlen, DESTRUCTIONs „Live Attack“ zum Beispiel.

DEATH ANGEL allerdings liefern einem Mitschnitt, dessen Sound zum einen absolute Studioqualität erreicht, was natürlich löblich ist, zum anderen auch jegliche Ansagen oder kleinere Schnitzer vermissen lässt. Die Band spielt so perfekt, dass es kaum zu glauben ist.

Braucht es „The Bastard Tracks“?

Dies mag als Kritikpunkt seltsam anmuten, doch gerade bei Songs neueren Datums wie „Alive And Screaming“ oder „Succubus“ stellt sich die Frage, warum man nicht einfach die jeweiligen Alben auflegen sollte, von denen sie entstammen. Einzig ältere Tracks profitieren von einem druckvolleren Soundgewand im Vergleich zu den Originalaufnahmen.

Unterm Strich liefern DEATH ANGEL mit „The Bastard Tracks“ eine coole Sammlung an Songs aus der zweiten Reihe, deren Wiederentdeckung sich definitiv lohnt. Allerdings gibt es zumindest bei der reinen Audioversion wenig Argumente, die dagegensprechen, einfach eine Playlist mit den Songs zu basteln, anstatt die Platte zu kaufen. Die gemeinsam mit der CD erhältliche Blu-ray lag zur Rezension leider nicht vor.

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