[Review] W.E.B. – Colloseum

Review

Soundcheck November 2021# 28

W.E.B. haben sich im Laufe der Zeit seit ihrer Gründung 2002 zu einer wirklich ernstzunehmenden Symphonic Extreme Metal-Band zumindest in der zweiten Reihe entwickelt. Die Griechen veröffentlichen nach „Tartarus“ (2017) ihr inzwischen fünftes Album „Colosseum“. Davor gab es einige einschneidende Veränderungen im Line-Up.

Eine fast runderneuerte Band

Bereits 2016 stieß Gitarrist Sextus Argieous Maximus zu W.E.B. und ersetze Alan Fall. Schlagzeuger Nikitas Mandolas kam 2017 für Nick Yngve und die überaus reizende Bassistin/Sängerin Hel Pyre schließlich 2018 für Bassist Petros Elathan. Damit ist mit Sakis Prekas alias Darkface (Gesang und Gitarre) nur noch ein Gründungsmitglied der Athener übriggeblieben. Welche Auswirkungen hat dies auf die Musik auf „Colosseum“? Und was steckt hinter dem Album?

Von der Vergangenheit in die Gegenwart

Der Albumtitel „Colosseum“ bezieht sich natürlich auf die antike Arena Kolosseum in Rom, in welchem dem Volk Brot und Spiele geboten wurde, wie auch der Gier nach Blut und Gewalt. Das Volk war beschäftigt und zufrieden und dachte im Idealfall nicht zu viel nach. Hier ziehen W.E.B. einen Vergleich von der Vergangenheit in die Gegenwart, vergleichen das Kolosseum mit einer Art antiken TV-Gehirnwaschmaschine. Was sie wiederrum auf das Heute beziehen und der zunehmenden Gewalt und Verrohung.

Die musikalische Entwicklung mit „Colosseum“

Tatsächlich haben die Veränderungen im Bandgefüge von W.E.B. auch ihre Auswirkungen auf „Colosseum“ hinterlassen, an dessen Songs seit 2019 geschrieben wurde. Der grundsätzlichen stilistischen Ausrichtung, Death/Black/Gothic Metal mit symphonischen Elementen, sind W.E.B. treu geblieben. Was natürlich als erstes auffällt sind die brutalen wie cleanen Vocals von Bassistin/Sängerin Hel Pyre, welche dem Sound von W.E.B. eine neue Facette geben. Das neue Werk ist etwas direkter, geradliniger, eingängiger und aggressiver, die Songs kommen schneller auf den Punkt. Alles wirkt intensiver und dichter. Dennoch legen W.E.B. natürlich noch immer großen Wert auf die epischen, symphonischen Orchestrierungen, die wieder von Christos Antoniou von den Genre-Vorreitern SEPTICFLESH geliefert wurden.

W.E.B. bedienen sich auf „Colosseum“ den typischen Elementen für ihre Klangwelten: wuchtiges, treibendes Schlagzeugspiel bis hin zu zerstörerischen Blast Beats, super thrashige Riffs, harmonische Leads, Melodik und Pathos durch symphonische Elemente, grimmige Screams und Growls, dramatische Chöre. Aufhorchen lassen die die fernöstlichen Gitarrenharmonien in „Ensanguined“ als auch die leider zu wenig verwendeten Tribal-Perkussions-Passagen, womit sich W.E.B. etwas abheben. Weitere Höhepunkte auf „Colosseum“ sind der Titelsong sowie der stampfend orchestrale Opener „Dark Web“. Es gibt aber auch etwas Schatten, die Produktion ist etwas zu stark komprimiert, was auf Kosten der Dynamik und Lebendigkeit geht. Die Songs sind gut arrangiert und haben auch einen guten Spannungsbogen. Alles in allem ein gutes Album das zeigt, wie gut man Extrem Metal mit symphonischen Elementen verbinden kann.

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