[Review] Der Weg einer Freiheit – Noktvrn

Galerie mit 11 Bildern: Der Weg Einer Freiheit – Tyrant Festival 2018

Mit „Noktvrn“ veröffentlichen DER WEG EINER FREIHEIT ihr bereits fünftes Studioalbum. Gut vier Jahre haben sie sich somit seit dem noch aktuellen „Finisterre“ Zeit gelassen; das bisher längste Intervall in der Bandgeschichte. Wir durften uns „Noktvrn“ bereits im August im Rahmen einer Listening Session anhören, bei der wir einige Details zum Schaffensprozess erfahren haben. Zusätzlich standen uns die vier Jungs von DER WEG EINER FREIHEIT auch im Interview Rede und Antwort. Hier führen sie viele der angesprochenen Punkte noch detaillierter aus. Neben dem höheren Maß an Input durch alle Bandmitglieder ist es aber sicher die Tatsache, dass das Album live eingespielt wurde, die den größten Unterschied zu den bisherigen Platten der Band ausmacht.

DER WEG EINER FREIHEIT gehen (nicht nur) hart zur Sache

Das Intro „Finisterre II“ schlägt – zumindest mit seinem Titel – eine Brücke zum Vorgängeralbum und sorgt für einen eher sanften Einstieg in „Noktvrn“. Auch „Monument“ zeigt zunächst die sanftere und melancholische Seite von DER WEG EINER FREIHEIT. Doch die doomige Ruhe trügt, denn von einem Schrei eingeläutet, startet bald der sehr schwarze Teil des Tracks, der zwar immer noch reichlich Atmosphäre bietet und das Tempo zwischendurch wieder drosselt, meist aber mit Blast Beats auf die Gehörgänge einhämmert. Ähnlich brachial geht es mit „Am Rande der Dunkelheit“ weiter, das bereits zu Beginn feinstes Geballer bietet und in seinem Verlauf gar kakofonische Ausmaße annimmt. Auch hier wird die Melodik jedoch nicht vernachlässigt, und zum Abschluss gibt es sogar noch ein paar postige Klänge.

„Noktvrn“ bietet Überraschungen

Sehr ungewohnt dagegen fällt „Immortal“ aus, das jüngst als Single veröffentlicht wurde. Mit Dávid György Makó (THE DEVIL’S TRADE) als Gastvokalist wird es am Mikro soulig, und auch die Musik mag augenscheinlich so gar nicht zum Rest des Albums passen. Hier setzen DER WEG EINER FREIHEIT auf loungige Vibes und einen prominenten Bass. Später wird aber auch dieser Track in ein atmosphärisches Metalstück umschlagen und seinen Höhepunkt in einem dramatisch-mitreißenden Part finden. Die darauffolgenden Tracks „Morgen“ und „Gegen das Licht“ sind als besondere Anspieltipps auf „Noktvrn“ zu nennen. „Morgen“ aufgrund seiner Düsternis, Kälte und Verzweiflung, gegossen in die schwärzesten Klänge des ganzen Albums; das gut elfminütige „Gegen das Licht“ wegen seines Reichtums an Melodien und Stimmungen, die unter anderem in shoegazigen Passagen zum Ausdruck kommen.

Verträumtes zum Abschluss

Mit „Haven“ machen DER WEG EINER FREIHEIT zu guter Letzt einen großen Schritt ins Gefühlvolle und liefern eine vertonte Antithese zum Rest des Albums, das mit seiner Dynamik an das „Shelter“-Album von ALCEST erinnert. Dass man den Track trotzdem nicht als krassen Bruch wahrnimmt, veranschaulicht das Maß an Varianz, das die Band allgemein an den Tag legt und an das man sich bereits gewöhnt hat. Das Warten auf „Noktvrn“ hat sich also definitiv gelohnt, und die Bandbreite an Klängen, die DER WEG EINER FREIHEIT hier liefern, dürfte die Fans bis zum Release des nächsten Albums gut beschäftigt halten.

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