[Review] Exodus – Persona Non Grata

Soundcheck November 2021# 2Galerie mit 19 Bildern: Exodus – The Bay Strikes Back 2020 in Filderstadt

Sieben lange Jahre mussten sich EXODUS-Fans nach „Blood In, Blood Out“ bis zu einem neuen Output der Bay-Area-Thrash-Legende gedulden. Der Grund dafür ist allgemein bekannt: Mastermind Gary Holt sprang bis zu deren Auflösung bei SLAYER für den verstorbenen Jeff Hanneman ein. Jetzt ist „Persona Non Grata“ da – und entschädigt auf jeder Ebene für die lange Albumpause.

EXODUS machen keine Gefangenen

Schon beim eröffnenden Titelsong ist spürbar, wie sehr EXODUS bei den Aufnahmen Bock hatten, endlich wieder eine Platte zu machen. Die Spielfreude, mit der das Quintett agiert, steht blutjungen Newcomer Bands in nichts nach.

Des Weiteren gelingt Holt, der neun der zwölf neuen Tracks im Alleingang komponierte, der Spagat zwischen Komplexität und Eingängigkeit wie nie zuvor. Obwohl viele Tracks fünf Minuten und länger gehen, fühlen sie sich nie so. Das gilt für „Persona Non Grata“ genauso wie für das fast schon episch lange „Lunatic Liar Lord“.

Damit schließen EXODUS an die Direktheit des Vorgängeralbums an. Mit der knapp dreiminütigen Singleauskopplung „The Beatings Will Continue (Until Moral Improves)“ legen sie gar ihren kürzesten Song seit einer halben Ewigkeit vor. Aber sie kombinieren diese Direktheit immer wieder erfolgreich mit den ausufernden Eskapaden der „The Atrocity Exhibition“-Ära.

Gary Holt hält die Fäden in der Hand

Obwohl Holt das Songwriting wie gewohnt dominiert, tragen Frontmann Steve Souza und Co-Gitarrist Lee Altus mit „Slipping Into Madness“ einen echten Banger bei. In Zusammenarbeit mit Holt wiederum zeichnet sich Zetro für den fies daherkommende Mit-Tempo-Stampfer „Elitist“ verantwortlich. Zu guter Letzt darf Schlagzeuger Tom Huntington etwas zum Groove-Monster „The Years Of Death And Dying“ beitragen.

Huntington ist trotz seines geringen Beitrags zum Songwriting ein Dreh- und Angelpunkt von „Persona Non Grata“. Sein Spiel ist präzise, groovige und nie selbstverliebt. Er verleiht den Songs eine mächtige Basis, über die Holt seine messerscharfen Riffs legt. Der wiederum lockert das von ihm erdachte Gebolze zwischenzeitlich mit dem kurzen Western-artigen Instrumental „Cosa Del Pantano“ auf. Ein bisschen Luft zum Durchatmen tut der Platte spürbar gut.

Souza begeistert derweil mit knackigen Gesanglinien. Der Sänger hat nichts von seiner Stimmkraft verloren. Seine Shouts klingen eher noch angepisster als in der Vergangenheit. Oft untermalen die Gitarristen seine Gesangslinien noch mit waghalsigen Melodien. Dadurch fräsen sich zahlreiche Refrains umso mehr in die Gehörgänge.

„Persona Non Grata“ ist das Thrash-Highlight des Jahres

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass sich das lange Warten gelohnt hat. „Persona Non Grata“ ist ein gnadenloser Thrash-Hammer, mit dem sich EXODUS von ihrer allerbesten Seite zeigen. Hier gibt es keinen Leerlauf, keine Durchhänger und keinerlei Langweile.

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