Review: Khemmis :: DECEIVER

Khemmis DECEIVER

Doom Metal  , Nuclear Blast/RTD (6 Songs / VÖ: 19.11.)

Khemmis DECEIVER

Khemmis DECEIVER

Nach einem lieblichen Klargitarrenintro wird beim Opener ‘Avernal Gate’ direkt das volle Programm aufgefahren! Heavy Riffing, verzerrte Soli und treibende Drums bereiten den Einsatz des Gesangs vor, zu welchem in der Instrumentalsektion zwecks größtmöglicher Wirksamkeit abrupt aufs Bremspedal getreten wird. Chapeau! Khemmis stellen direkt in den ersten zwei Minuten von DECEIVER erneut unter Beweis, dass sie zu den kompositorisch wie spieltechnisch versiertesten Vertretern des zeitgenössischen Doom Metal zählen und reiben uns spätestens im Refrain zusätzlich ihr ausgeprägtes Gespür für eingängige Hooks unter die Nase.

Der charakteristische Stil-Mix der US-Amerikaner nutzt sich auch im weiteren Verlauf nicht ab, denn wie schon beim letzten Langspieler DESOLATION (welcher ebenfalls zum Album des Monats gekürt wurde) hat sich die Band für DECEIVER auf sechs aussagekräftige Stücke begrenzt, die trotz ihrer Länge durch dichte Arrangements und exzellente Spannungsbögen glänzen. So hält einen das Album die vollen 41 Minuten Spielzeit bei der Stange! Beim zweiten Song, dem schleppenden ‘House Of Cadmus’, wird unvermittelt ab der Hälfte eine Death Doom-Passage eingestreut, die in ein Outro von My Dying Bride-artiger Schwere mündet. Mit der hittigen Leadsingle ‘Living Pyre’ zeigen uns Khemmis im Anschluss das andere Ende ihres Sound-Spektrums auf, ohne dabei an Virtuosität oder Härte einzubüßen. Erneut setzen gekonnte Soli und gutturale Gesangseinlagen passende Akzente.

🛒  DECEIVER bei Amazon

‘Shroud Of Lethe’ setzt auf einen ruhigen Einstieg und verzichtet in der Strophe gar auf sämtliche Distortions. Natürlich bleibt es nicht besonders lange akustisch, denn bereits in der Bridge setzen wieder verzerrte Gitarren ein. Bei ‘Obsidian Crown’ werden noch einmal schwere Geschütze aufgefahren: Neben dem hervorragenden Chorus, der durch einen gelungenen Mix aus Klar- und Gutturalgesang glänzt, besticht der Titel vor allem durch die Gitarrenarbeit, die mitunter an unsere Soundcheck-Sieger der letzten Ausgabe, Mastodon, erinnert. Grande finale: Es wird noch einmal angenehm kitschig, denn ‘The Astral Road’ wird mittels eines balladesken Intros mit Klarfundament und verzerrter Lead-Gitarre angeheizt. Darauf folgen Riffs zwischen Baroness und New Wave Of British Heavy Metal sowie ein vertrackter Refrain mit Power Metal-Hook. Genau dieses stilistische Grenzgängertum macht Khemmis zu einer Konsens-Band im besten Sinne – und einem für uns abermals wohlverdienten Soundcheck-Sieger!

***

Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung

***

Lese den Original-Post unter : Source Beitrag