[Review] Cadaver – Edder & Bile

Soundcheck November 2020# 4

Die Norweger CADAVER lärmen auch schon bereits seit 1988 herum. Nach einer kurzen Auflösung und Umbenennung in CADAVER INC 1995 – ENTOMBED-Fans dürften hier kurz unangenehm Erinnerungen bekommen – kam die Band 2004 wieder aus der Versenkung, nur ganz kurz, und legte sich wieder den ursprünglichen Namen zu und später schon wieder auf Eis. Mit dieser On-Off-Beziehung in Sachen Bandstatus scheint es nun vorbei zu sein. Im Jahr des Herrn 2020 hat sich Anders Odden als alleiniger Songwriter Unterstützung von Dirk Verbeuren (unter anderem MEGADETH live, SOILWORK) hinter der Schießbude zugelegt. Zusätzlich dürfen mit Kam Lee (MASSACRE) und Jeff Becerra (POSSESSED) auch noch prominente Gäste mit auf das neue Album „Edder & Bile“ drauf. Man hat mit dem Wechsel zu Nuclear Blast nun auch potentiell höhere Verbreitungsmöglichkeiten für seinen Schmutz gefunden.

„Edder & Bile“ – klingt, wie es heißt

Die Produktion ist angenehm rau und trotzdem relativ modern beziehungsweise transparent gehalten, speziell das Schlagzeug, und mit speziellem 90er-Charme ausgestattet. Auch musikalisch könnte „Edder & Bile“ direkt dieser Zeit entnommen werden. Irgendwo zwischen CARCASS zur „Necroticism“-Phase, schwedischem und amerikanischem Death Metal der 80er und 90er wischt man sich Eiter und Galle nach dem Hördurchgang ebenfalls aus den Ohren. Es wird beinahe konsequent auf Attacke gesetzt. Langsamere Passagen oder clever eingestreute Leads sind nur temporäre Verschnaufpausen in den Songs. Schon „Morgue Ritual“, welcher auch ein morbides Video spendiert bekommen hat, legt wie von der Tarantel gestochen los.

„Circle of Morbidity“ und auch „Feed The Pigs“ warten mit den Gästen auf und zügeln sich zwischendurch ein wenig. Das steht „Edder & Bile“ ganz gut zu Gesicht. Melodische Leads, gern mal mit an Black Metal angelehnten Riffs, in einem anderen Song vielleicht ein wenig mehr Thrash-Schlagseite – CADAVER variieren fein genug, um die Dinge abwechslungsreich zu halten.

CADAVER sollten jeden Old-School-Fan, der sich nicht an moderner Produktion stört, zufrieden stellen

Klar ist das hier jetzt kein Prog-Death und die Abwechslung ist gerade groß genug, um Hörende bei Stange zu halten, aber es funktioniert. Großartig originell oder besser als andere Old-School-Death-Metal-Bands machen sich auch CADAVER nicht, aber „Edder & Bile“ macht trotzdem als old-schooliges, cooles Album durchgängig Spaß. Vor dem Abrutschen in den Durchschnitt retten diese kleinen Einfälle und auch das tighte, abwechslungsreiche und bockstarke Drumming von Dirk Verbeuren. Für höhere Weihen fehlt noch ein wenig der Wow-Faktor, aber jeden Old-School-Fan, der sich nicht an der zugegeben gewöhnungsbedürftigen Produktion übermäßíg stört, dürfte „Edder & Bile“ zufrieden stellen.

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