[Review] Masters of Cassel – 15 Years of Metal

Review

Metal aus Kassel? Da fallen sicherlich relativ fix BURDEN OF GRIEF, MY COLD EMBRACE oder auch die noch neue Kombo CHAOS PATH ein. Dies ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Wer sich intensives Digging sparen möchte, wirft einen Blick auf „Masters of Cassel – 15 Years of Metal“.

Gestern, heute, morgen – „Masters of Cassel“

Das Masters of Cassel Festival ist eine seit gut 15 Jahren mehr oder minder regelmäßige Festivalreihe, welche aus dem Umfeld von CHAOS PATH organisiert wird. Da die aktuelle Pandemielage die Durchführung von allen Liveaktivitäten hemmt bis vollständig blockiert, hat sich das Kollektiv einem neuen Projekt gewidmet – der hier gegenständliche Sampler. Ja genau, ein Sampler. Der grundlegenden Annahme zum Trotz, dass in Zeiten des Internets kein Mensch mehr Sampler benötigt, ist „Masters of Cassel“ die beeindruckende Antithese.

Die Relevanz speist sich zum einen durch die spannende Gegenüberstellung von aktuellen und historischen Bands, da die Entwicklung der Szene mit verschiedenen Strömungen, Einflüssen und Musikern reflektiert wird. Weiterhin ist der liebevolle, sorgsame und mit zahlreichen Informationen versehene Rahmen kein bloßes Beiwerk, sondern wichtiger Kompass durch den vergangenen und aktuellen Szenedschungel. Diese Zusammenstellung ist in dieser Form und generellen Konzeption nur aus der Feder von absoluten Enthusiasten, Szenekennern und Underground-Fanatikern denkbar. Und eben dieser Spirit macht „Masters of Cassel“ so besonders.

Die alten Bands werden wohl nur noch Szeneinsider oder überhaupt kein Mensch mehr kennen. Nehmen wir als Beispiel ANCIENT WARGOD, eine Black-Metal-Band der ersten Welle, welche 1997 ihr erstes und einziges Album veröffentlicht hat. Dank der umfassenden Informationen im Booklet kann der Hörer das Smartphone zur Seite legen und sich intensiv im Begleitmaterial vertiefen. Dabei sind schnell auch einige Perlen gesichtet, welche wirklich zu schade für das Archiv sind. Sicherlich, manche der alten Aufnahmen haben auch etwas Schräges, aber trotzdem bleibt bei diesem Rückblick der Spannungsbogen stets aufrecht. Über alle kultigen Bandfotos, bisher unveröffentlichten Songs und natürlich auch jede Menge guter Musik kann an dieser Stelle nicht vollständig gesprochen werden. Dies würde den Spaß am eigenen Entdecken auch mindern.

Das Fanzine zum Hören…

Meine Güte! In „Masters of Cassel“ steckt einfach so viel Herzblut und Underground-Charme, dass ein schallendes SUPPORT die einzig adäquate Reaktion ist. Ein ausgelutschtes Klischee? Scheiß egal! Übrigens unterstützt der Kauf mit 5 Euro je verkauftem Sampler Kasseler Clubs, welche unter Corona leiden. Nur für den Fall, dass irgendwer noch nach Argumenten gesucht hat.

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