[Review] The Void’s Embrace – Dawn Of A Stillborn Sun

Die Ruhrpott-Metropole Gelsenkirchen ist nicht nur die Heimat des mittlerweile in die 2. Bundesliga abgestiegenen Vereins FC Schalke 04. Sie ist auch die Heimat der noch jungen, dreiköpfigen Band THE VOID’S EMBRACE, welche mit „Dawn Of A Stillborn Sun“ ihr erstes, in Eigenproduktion entstandenes Studioalbum veröffentlicht.

„Dawn Of A Stillborn Sun“ – Ruhrpott-Metal schwedischer Schule

Schon der Blick aufs Albumcover verrät, wohin uns die drei Ruhrpottler musikalisch entführen möchten: in die Göteborger Death-Schule des schönen Schwedens. Auch musikalisch gehen die Jungs ohne Umschweife in die Heimat von AT THE GATES, ARCH ENEMY, IN FLAMES und Co. und liefern dabei saftigen, reinen Melodic Death Metal ab.

THE VOID’S EMBRACE leisten gutes Aufbauspiel

Der Opener und Titeltrack „Dawn Of A Stillborn Sun“ sorgt – trotz seines dezent unnötigen Intros – für einen sauberen Start, der im Refrain auch Genre-typisch sehr gut ins Gehör geht. THE VOID’S EMBRACE machen keinen Hehl daraus, dass AT THE GATES ihr großes musikalisches Vorbild sind, obwohl sie auch Elemente von DARK TRANQUILITY verarbeiten. Wem dies noch eine Nummer zu ruhig ist, sei mit dem folgenden „The Day You Fall“ vertröstet, welches schneller und kompromissloser zugange geht. Hier lässt sich die Band klar von den jungen AMON AMARTH inspirieren, als diese noch nicht Hollywood-Wikinger spielten.

Weniger eingängig, dafür aber mit einer Prise Progressivität und Härte versehen geht es mit „The Void’s Embrace“ weiter, welches leider wenig Akzente setzt und mit dem man irgendwie nicht richtig warm wird. Was schade ist, da der Titel gut eine Band-eigene Hymne sein könnte. Doch angesichts einer Erstveröffentlichung sind kleinere Ausfälle nur allzu verständlich. Mit dem folgenden Track, „Until the Night Will Fade“, schwimmen THE VOID’S EMBRACE erfolgreich in den finnischen Fahrwassern von INSOMNIUM, ohne in deren düstere Melancholie zu verfallen. Mit „Servants“ probiert sich die Combo sogar am Sound der Legende CARCASS, liefert allerdings nur einen soliden Song ab.

Gut im Abschluss

„Empty Lights“ knüpft dagegen an die gute Stimmung der ersten beiden Songs an. Auch „Crimson Bloom“ und „Ultimate Me“ liefern noch einmal späte, aber gelungene Highlights. Bitte in Zukunft mehr davon. Damit wird „Dawn Of A Stillborn Sun“ von THE VOID’S EMBRACE zu einem mehr als soliden bis gutem Erstlingswerk, dem aber noch eine gewisse Hit-Dichte fehlt. Die Produktion ist erstaunlicherweise fett und druckvoll gelungen. Allerdings mangelt es an den für Melodic Death Metal so ikonischen Lead-Gitarren und Soli-Feuerwerken.

Hier kann das Trio vielleicht noch in Zukunft personell aufrüsten. THE VOID’S EMBRACE haben dennoch einen guten Einstand in ein alteingesessenes Genre geliefert und bereichern damit vor allem die deutsche Melodic-Death-Metal-Szene mit einem gelungenen Album. Sie sollten allerdings noch daran arbeiten, ihren eigenen Stil auszuprägen und sich nicht zu sehr auf ausgetretene Pfade zu verlassen.

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