[Review] Candlemass – Green Valley

Galerie mit 16 Bildern: Candlemass – „A Pale Tour Named Death 2019“ in Hamburg

CANDLEMASS saßen letztes Jahr in ihrer Heimat fest, wie auch viele andere Bands und Fans. Grund war natürlich die Corona-Pandemie, die uns aktuell immer noch plagt. Klar, mit Doom-Hits wie „Solitude“ und „Under the Oak“ hat man taugliche Begleiter in Zeiten der eingeschränkten sozialen Interaktion, aber ein kleines Live-Trostpflaster wie „Green Valley“ kann nicht schaden.

„Green Valley“ – Ein kleines Trostpflaster

Am 3. Juli 2020 streamten CANDLEMASS live aus ihrem Proberaum einen kompakten Auftritt von gut einer Stunde Spielzeit, der nun in digitaler oder physischer Form nachgeholt werden kann. Besonders interessant (und Grundlage dieser Rezension) ist die CD-Version, der zusätzlich noch eine DVD beiliegt.

Darauf ist zu sehen, dass die Doom-Veteranen ihren Proberaum für den Auftritt mit brennenden Blümchen und frischen Kerzen (oder andersherum) romantisch eingerichtet haben. Zwar sind Kameraführung und Schnitt nicht immer sauber und stolperfrei, was aber gut den Live-Charakter des Streams einfängt.

Die Band selbst zeigt sich routiniert und bietet eine gute Show. Vor allem Sänger Johan Längquist interagiert häufig mit der Kamera und ist bemüht, zumindest ein bisschen Live-Feeling bei den Mitmusikern aufkommen zu lassen.

Der neue alte Sänger

Längquist für sich ist bereits ein spannender Faktor. Vor 35 Jahren hat er die Vocals für das erste CANDLEMASS-Album „Epicus Doomicus Metallicus“ als Session-Musiker aufgenommen und ist erst 2018 fest bei den Schweden eingestiegen. Ein Blick auf  die Tracklist von „Green Valley“ verrät jedoch, dass die Band sich deswegen nicht auf ihr vielgerühmtes Debüt konzentriert.

Auch wenn mit „Astorolus“ vom letzten Album „The Door to Doom“ nur ein Song vertreten ist, der nach 1989 geschrieben wurde, sind auf dem Album eben auch die Hits zu finden, die mit Messiah Marcolin am Mikro entstanden. Längquist, der insgesamt sehr gut bei Stimme ist und mitreißen kann, schlägt sich gut.

Insgesamt klingen CANDLEMASS auf „Green Valley“ sehr heavy und rhythmuslastig. Der Mix ist sehr gut gelungen und lässt genau die richtig Menge an rauer Ungehobeltheit zurück, die es für eine lebendige Live-Atmosphäre braucht. Gut, das Publikum fehlt vielleicht, aber wer will schon nach „Solitude“ Applaus hören?

CANDLEMASS senden von Wohnzimmer zu Wohnzimmer

Für Fans der Band ist „Green Valley“ eine nette Sache, die CANDLEMASS mit ihren größten Hits ins eigene Wohnzimmer holt. Dass es bei der Band selbst so aussieht, als wäre die eigene Bude spontan zum kleinen Live-Club umdekoriert werden, lässt zusätzlichen Charme aufkommen. Wer aber die große Bühne braucht (und das schöne Art-Deco-Cover-Artwork von „Green Valley“ im Regal verzichten kann), findet in den Weiten des Internets ähnlich gute Alternativen aus der Zeit vor der Pandemie.

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