[Review] Rotting Christ – Der Perfekte Traum (Re-Release)

Galerie mit 28 Bildern: Rotting Christ – Europa Tour 2019 in Berlin

Neuveröffentlichungen sind in letzter Zeit derart beliebt, dass frühere Anniversary-Editions mittlerweile groß angelegten Box-Sets mit allerlei inhaltlichem Kunst und Krempel weichen mussten. Auch ROTTING CHRIST legen dieser Tage ihre EP “Der Perfekte Traum” aus dem Jahr 1999 auf Vinyl nach. Allerdings wird hierbei kein großes Brimborium mit vermeintlichen Sammler-Devotionalien gemacht. Die EP erscheint lediglich im Glanz eines neuen Artworks und wird angereichert durch fünf Live-Songs vom 1996er Album “Triarchy Of The Lost Lovers”.

Eine Neuauflage ohne Krempel dafür mit Sammlerwert

Genau diese Live-Tracks machen den Erwerb der EP für Sammler interessant, handelt es sich dabei um die eigentliche Beigabe. Zwar sind die beiden bereits bekannten Studio-Tracks remastered, was sich allerdings kaum auf den Hörgenuss auswirkt. Natürlich ist der Titelsong in seiner RAMMSTEIN-Phonetik immer noch einer Stammtisch-Diskussion würdig. Im Verlaufe des dazugehörigen Albums (“Sleep Of The Angels”) schmiegt er sich aber ordentlich ins Gesamtwerk.

Im Vergleich dazu besitzen die Konzertmitschnitte eine unterdurchschnittliche Bootleg-Qualität. Natürlich handelt es sich hier immer noch um Black Metal, eine technische Verschönerung der Sound-Qualität hätte deshalb unter Umständen für Befindlichkeiten bei den Konsumenten der Scheibe gesorgt. Andererseits gehörten ROTTING CHRIST aber nie zu den Bands, die mit Höhlensounds in Verbindung gebracht werden konnten, weshalb der Sinn und Zweck des Bonusmaterials fragwürdig bleibt.

ROTTING CHRIST verzichten auf Qualität

Zugunsten der kaum bearbeiteten Live-Aufnahmen muss man sich durch basslastiges Dröhnen und Wummern kämpfen, wobei der Gesang eindeutig zu arg im Vordergrund steht. Das Schlagzeug klingt, als stünde es in irgendeinem Nebenraum und insgesamt besitzen die Aufnahmen den Charme eines Mitschnitts der letzten Bandprobe auf dem Smartphone. Zwar lassen sich die jeweiligen Songs natürlich identifizieren, Spaß bereitet das Hören allerdings kaum. Anhänger und Komplettisten der griechischen Urgewalt sollten selbstverständlich ein Ohr riskieren, wer aber die übliche Qualität der Band gewohnt ist, dem werden die Originalaufnahmen auf “Triarchy Of The Lost Lovers” genug Freude bereiten.

Es bleibt die Frage offen, wieso man sich diese Edition antun muss, wo die beiden Main-Tracks bereits in einer wohlklingenden Fassung erhältlich sind und fünf von sieben Songs nicht mehr als einen faden Beigeschmack liefern.

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